Acht Tage vor dem Start dieses außergewöhnlichen Festivals in Lech am Arlberg stellt Cineastic Gondolas das hochkarätige Filmprogramm vor. Am 10. Dezember 2011 schweben erstmals die Kinogondeln der Rüfikopfbahn durch die Nacht und entführen den Zuschauer in faszinierende Welten.
Zur ersten Ausgabe von CINEASTIC GONDOLAS haben die Kuratoren Philipp Batereau und Martin Michl 24 internationale Animationsfilme ausgewählt. Das Ergebnis ist eine sehr persönliche Zusammenstellung, die den visuellen, narrativen und kreativen Reichtum dieser Kunstform widerspiegelt. Jeder Film hat seine eigene unverwechselbare Handschrift.
„Father and Daughter“ (Belgien 2000) erzählt mit zarten Pinselstrichen von der lebenslangen Sehnsucht eines Mädchens nach seinem verschwundenen Vater. Michaël Dudok De Wits berührender Film, der lange im Gedächtnis bleibt, wurde 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet.
In „Parade“ (Frankreich 2009) werden die Möglichkeiten der Reduktion auf die Spitze getrieben. Geometrische Figuren vor schwarzem Hintergrund, mehr braucht Pierre Emmanuel Lyet nicht, um die Suche eines paranoiden Mannes nach der Frau seiner Träume zu visualisieren.
Rasantes Tempo und virtuose Bilderreigen bieten die zumeist sehr schwarzen Komödien im Programm. „Saga of Björn“ (Dänemark 2011) schickt seinen Protagonisten auf die groteske Jagd nach einem ehrenvollen Tod in der Schlacht. Die Nähe zum Kunst-Comic, die Lust an der optischen Übertreibung und Zuspitzung sind in diesem Film unübersehbar. Im Vorspann von „Muerte y La Dama“ (Spanien 2009) offenbart sich ein bekannter spanischer Schauspieler als Anhänger des Animationsfilms. Antonio Banderas ist Produzent dieses visuell explodierenden Meisterwerks in 3D, das für den Oscar nominiert war und zahlreiche internationale Filmpreise gewonnen hat.
Während „La Muerte y La Dama“ mit großem Team und Budget gedreht wurde, genügen Christian Wiesenfeld eine Modelleisenbahn und das Licht eines Schlüsselanhängers, um in seinem Science-FictionFilm „Missing“ (Deutschland 2010) eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen.
Das Programm von CINEASTIC GONDOLAS bietet ein Panoptikum der unterschiedlichsten visuellen Stile: Hyperreale 3D-Animation, direkt aufs Zelluloid gekratzte Bilder, Schwindel erregende Stop-Motion sind einige Beispiele für die große Vielfalt, die wir den Zuschauern präsentieren können.
Abgerundet wird das Programm durch einige Filme, die sich ganz dem lustvollen Spiel mit Bewegung, Rhythmus und Farbe hingeben. „Countdown“ (Frankreich 2011) feiert in geradezu hypnotischen Bildern das goldene Zeitalter der Raumfahrt. Für unser junges Festival ist dieser Film von Celine Desrumaux geradezu programmatisch. Wie die Astronauten in ihrem Film begibt sich das Publikum von CINEASTIC GONDOLAS auf eine Reise in eine faszinierende Welt.